Wer wir sind und was wir tun

Die Hospizgruppe am Lukas-Krankenhaus Bünde ist eine Gruppe ehrenamtlich engagierter Frauen und Männer, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, schwerstkranke und sterbende Menschen und ihre Angehörigen nicht allein zu lassen, sondern ihnen vor allem durch ihre Anwesenheit beizustehen. Dabei sind sie getragen von der Überzeugung, dass es sich lohnt, das Leben bis zur letzten Sekunde so lebenswert wie möglich zu gestalten.

Die Hospizgruppe

Die Gruppe wird sowohl im Krankenhaus wie in Privatwohnungen oder Heimen des nördlichen Teils des Kreises Herford aktiv, wobei es den typischen Hospizpatienten nicht gibt. Begleitet werden Männer und Frauen, ältere und jüngere Leute, Menschen bei vollem Bewusstsein und Menschen, die schon relativ weit in ihrer eigenen Welt leben. Voraussetzung ist nur, dass jemand so schwer erkrankt ist, dass sein Leben (voraussichtlich!) innerhalb von einigen Stunden bis einigen Monaten zu Ende gehen wird und dass er die Nähe anderer Menschen als positiv erlebt. Das Angebot ist kostenlos. Pflege und hauswirtschaftliche Tätigkeiten im engeren Sinne werden nicht übernommen. Die Gruppe arbeitet aber mit allen ambulanten Pflegediensten zusammen.

Gegründet wurde die Hospizgruppe im Sommer 1996. Damals hatten sich etwa 10 Männer und Frauen zu einem ersten Vorbereitungskurs getroffen und Anfang 1997 mit den ersten Begleitungen begonnen. Am Anfang wuchs die Zahl der MitarbeiterInnen schneller als die Zahl der Begleitungen. Das hat sich aber im Laufe der Jahre grundlegend geändert: Immer mehr Menschen nehmen diesen Dienst in Anspruch und zugleich scheiden immer wieder Mitglieder aus der Gruppe aus, manchmal aus Alters- oder Krankheitsgründen, manchmal, weil sie wieder bezahlte Arbeit gefunden haben, manchmal auch, weil sie nach einigen Jahren wieder andere Prioritäten in ihrem Leben setzen wollen.

So unterschiedlich wie die Begleiteten, so unterschiedlich sind auch die Gruppenmitglieder: Es gibt Männer und Frauen; das Alter liegt zwischen 35 und 75 Jahren; manche sind pensioniert, manche stehen im Beruf, manche sind vor allem als Hausfrau aktiv; manche haben Vorbildungen im pflegerischen Bereich, manche kommen aus ganz anderen Richtungen. Wichtig für die Begleitung ist nur die Bereitschaft, sich mit seinem eigenen Sterben und den damit verbundenen Ängsten und Vorstellungen auseinanderzusetzen und die eigenen Erfahrungen von Abschied und Trauer zu bearbeiten. So lässt sich die Fähigkeit erwerben, die eigenen Bedürfnisse und die des anderen zu unterscheiden und den Weg des anderen zu achten. Denn der Hospizbewegung ist es wichtig, dass es der Sterbende ist, der den Weg vorgibt und dass es in der Begleitung nicht darum gehen kann, einen anderen Menschen von meinen Vorstellungen zu überzeugen. Vielmehr geht es darum, zu spüren, was braucht der andere und was kann und will ich ihm davon geben?

Um diese Fähigkeiten zu fördern, trifft sich die Hospizgruppe regelmäßig zum inhaltlichen und persönlichen Austausch und bietet für Neueinsteiger immer wieder Vorbereitungskurse an.

Neben der Hauptaufgabe der Gruppe, den Begleitungen, haben sich eine Reihe anderer Aktivitäten entwickelt. Dazu gehören die allgemeine Öffentlichkeitsarbeit (z.B. durch Gottesdienste in Gemeinden), die Arbeit in Schulen und das Wandern für Trauernde.