Häufig gestellte Fragen

Auf diesen Seiten wollen wir Ihnen einige Fragen beantworten, die häufig an uns gestellt werden.

  1. Für wen ist die Gruppe da?
  2. Wer kann mitmachen?
  3. Wie sieht ein Gruppentreffen aus?
  4. Muss man gläubig sein, um in der Gruppe mitarbeiten zu können?
  5. Was kostet es, die Gruppe in Anspruch zu nehmen?
  6. Wie finanziert sich die Gruppe?
  7. Wie erreicht man die Gruppe?
  8. Wie sieht die Betreuung eines Sterbenden aus?
  9. Leistet die Gruppe Sterbehilfe?

 

Für wen ist die Gruppe da?

Die Zielsetzung der Hospizgruppe ist es, Sterbenden die letzte Phase ihres Lebens zu erleichtern. Das Angebot richtet sich deshalb an alle Menschen, die sich in dieser letzten Lebensphase befinden und denen es gut tut, wenn jemand bei ihnen ist. Weltanschauung, Religionszugehörigkeit oder Nationalität spielen dabei natürlich keine Rolle.

In der Regel sind es die Angehörigen oder Pflegekräfte, die sich an die Hospizgruppe wenden, z.B. wenn ein Sterbender in Anwesenheit einer Person offensichtlich ruhiger und entspannter wird und die Angehörigen nicht immer anwesend sein können oder kaum Angehörige vorhanden sind.

Die Mitglieder der Gruppe besuchen - je nach Situation - die/den Sterbende/n sowohl im Krankenhaus oder im Pflegeheim als auch in der Wohnung. Ein enger Kontakt zu den Angehörigen ist ausdrücklich erwünscht, einmal, um Vorlieben und Abneigungen der/des Sterbenden kennen zu lernen und den zeitlichen Rahmen der Betreuung sinnvoll zu gestalten, zum anderen aber auch, um den Angehörigen als Ansprechpartner zur Verfügung stehen zu können (z. B. bzgl. Verlusterfahrungen).Zum Seitenanfang

 

Wer kann mitmachen?

Mitglied der Gruppe kann prinzipiell jede/r Erwachsene werden. Wichtige Voraussetzungen zur Mitarbeit sind:

  • der Wunsch, Sterbenden und deren Angehörigen beizustehen
  • die Bereitschaft, sich mit den Themen Sterben, Leid, Tod und Trauer auseinander zu setzen; dazu gehört auch die Offenheit, diese Themen auf das eigene Leben und Sterben zu beziehen
  • Toleranz gegenüber anderen Lebenseinstellungen, Lebenskonzepten oder Weltanschauungen. Zum Seitenanfang

 

Wie sieht ein Gruppentreffen aus?

Ungefähr alle drei Wochen treffen wir uns in unserer Gruppe. Offiziell eröffnet einer oder eine unserer Koordinatoren unser Treffen mit einer kurzen Begrüßung und einem Überblick über die Tagesordnung. Wenn neue Mitglieder uns besuchen, worüber wir uns immer sehr freuen, bekommen sie die Möglichkeit, sich vorzustellen. Danach stellen sich die Gruppenmitglieder dem neuen Mitglied kurz vor (Neueinsteiger keine Angst: die vielen Namen kann man sich auf einmal nicht merken, das kommt im Laufe der Zeit schon, wenn man sich untereinander in aller Ruhe kennen lernt).

Ein wichtiger Punkt bei den Treffen ist natürlich die Auswertung der Begleitungen, d.h. die Mitglieder, die zur Zeit einen schwerkranken oder sterbenden Menschen begleiten, erzählen in der Gruppe von diesem und von den Erfahrungen, die sie in der Begleitung gemacht haben. So haben auch die anderen ständig einen Überblick über die laufenden Begleitungen, wir können Fragen stellen und sprechen über die Probleme die auftauchen.

Darüber hinaus befassen wir uns meistens mit einem bestimmten Thema, das uns interessiert und das vorher feststeht, z.B. "Umgang mit Angehörigen", "Wie gehe ich mit verwirrten Patienten um?", "Nahtoderlebnisse", "Patientenverfügung", "Trauer" und vieles mehr. Häufig haben wir auch Referenten zu Gast, die uns von ihrer Arbeit erzählen, wie z.B. Betreuer, Psychologen, Bestatter, Trauerredner, Pfarrer und viele andere Fachleute mehr.

Abgerundet wird ein Treffen häufig durch eine Andacht, die je nach Tagesordnung am Anfang oder Ende steht, jemand liest einen kurzen Vers, ein Gedicht oder eine Geschichte, die ihm wichtig geworden ist.

Selbstverständlich unterliegt alles, was mit den Begleitungen zusammenhängt, unserer Schweigepflicht. Da verlässt nichts Vertrauliches die Gruppe. Das bedeutet aber nicht, dass wir ansonsten große Schweiger sind, wir reden während der Gruppensitzungen sehr viel (manchmal zum Leidwesen unserer Koordinatoren zu viel...), es ist häufig ernst, aber es wird auch viel gelacht.

Wir möchten jeden, der Interesse an der Hospizarbeit hat, herzlich einladen und ermutigen, uns zu besuchen und es einfach mal zu versuchen. Wir freuen uns auf Sie! Zum Seitenanfang

 

Muss man gläubig sein, um in der Gruppe mitarbeiten zu können?

Die Hospizgruppe gehört organisatorisch zum Ev. Krankenhaus Bünde und es gibt in ihr viele christlich orientierte Menschen. Sie ist aber offen für Menschen aller Weltanschauungen, denn auch die Menschen, denen wir unsere Begleitung anbieten, haben vielfältige weltanschauliche Hintergründe.Zum Seitenanfang

 

Was kostet es, die Gruppe in Anspruch zu nehmen?

Da die Gruppe ehrenamtlich arbeitet, entstehen für die Menschen, die sie in Anspruch nehmen, keine Kosten. Über Spenden freuen wir uns natürlich. Zum Seitenanfang

 

Wie finanziert sich die Gruppe?

Einen Großteil der aktuellen Kosten tragen die Krankenkassen über eine Finanzierung der Koordinationsstelle und eines Teils der Sachkosten. Das Lukas-Krankenhaus stellt z.B. die Arbeitskraft der Verwaltung und manche Bürodienste zur Verfügung. Eine weitere wichtige Finanzquelle (z.B. für Öffentlichkeitsarbeit, Fahrtkosten und ungeplante Ausgaben) sind Spenden.Zum Seitenanfang

 

Wie erreicht man die Gruppe?

Wie Sie uns erreichen, erfahren Sie auf der folgenden Seite. Wenn Sie uns anrufen, haben Sie bitte keine Angst vor dem Anrufbeantworter, wir rufen gern zurück. Zum Seitenanfang

 

Wie sieht die Betreuung eines Sterbenden aus?

Die Betreuung eines Sterbenden und seiner Angehörigen ist sehr unterschiedlich und hängt ganz von den jeweiligen Wünschen und Bedürfnissen des besuchten Menschen ab. Sie kann in der schweigenden Anwesenheit bestehen oder darin, mit ihm oder ihr durch den Raum zu gehen. Sie kann das Vorlesen umfassen, gemeinsame Gebete, kurze oder lange Gespräche oder auch mal ein Lied. Sie kann in gemeinsamer Anwesenheit mit Verwandten bestehen oder gerade darauf zielen, ihnen die Möglichkeit zu geben, sich einmal zurückziehen zu können. Sie kann über Monate gehen oder nur einige Stunden dauern. Ihr Ziel ist es, die Besuchten nach Möglichkeit auf irgendeine Weise zu entlasten. Im übrigen endet sie auch nicht unbedingt immer mit dem Tod des Besuchten. Manche, bei denen wir waren, haben sich wieder erholt und leben noch immer. Zum Seitenanfang

 

Leistet die Gruppe Sterbehilfe?

Die Antwort auf diese Frage hängt davon ab, was man unter Sterbehilfe versteht; denn die Gruppe versucht, Hilfe beim Sterben zu leisten, lehnt aber aktive Hilfe zum Sterben wie der Großteil der Hospizbewegung ab.

Der Wunsch zu sterben ist etwas Natürliches. Manche Menschen begleitet er durch weite Phasen ihres Lebens. Dabei hat er immer Anteile, die auf die Zerstörung der Person gerichtet sind, und andere, die nur das Ende einer bestimmten Belastung herbeiwünschen, auf ein besseres Leben zielen und damit selbst Ausdruck der Kräfte sind, die leben wollen.

Die Situation in der letzten Lebensphase ist keine grundlegend andere. Auch wenn der Wunsch zu sterben vielen Menschen hier einleuchtender als sonst erscheint, hängt seine Stärke doch entscheidend davon ab, als wie angenehm oder unerträglich die augenblickliche Situation empfunden wird. Deshalb erscheint es uns auch unabhängig von der Rechtslage, die jede Form der "Tötung auf Verlangen" unter Strafe stellt, als menschlicher, die Lebensqualität eines schwer kranken Menschen zu verbessern, als ihm zu helfen, sein Leben zu verkürzen.

Die Grundlage einer solchen Verbesserung der Lebensqualität ist eine vernünftige medizinische Betreuung (einschließlich einer guten Schmerzkontrolle und ausreichender Bekämpfung von anderen Symptomen wie Atemnot und Übelkeit). Diese wichtige Aufgabe leisten wir natürlich nicht als Gruppe Ehrenamtlicher, sondern innerhalb des Krankenhauses hat sich darauf die Palliativstation spezialisiert. Bei Betreuungen außerhalb des Krankenhauses ermutigen wir Angehörige und Patienten, eine entsprechend effektive medizinische Behandlung einzufordern. Zum Seitenanfang